HSB-Beschaffungsstrategie: Möglichst rasch sauberere Dieselbusse und Elektrobusse zunächst zu Probe


„Schneller verfügbare und preiswertere Busse mit Dieselmotoren der Euro 6-Norm nutzen der Umwelt in Hanau umgehend, Elektrobusse ermöglichen uns das erst auf mittlere Frist.“ So hat Stadtrat Thomas Morlock, Aufsichtsratsvorsitzender der Hanauer Straßenbahn (HSB), die Beschaffungsstrategie des städtischen Nahverkehrsunternehmens in einer Pressekonferenz zusammengefasst. HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte vertiefte diese Analyse mit dem Hinweis darauf, dass „Dieselbusse der jüngsten Generation 25 Mal weniger Stickoxide ausstoßen als solche mit Euro 3-Norm“.
Busse mit Euro 3-Norm sind im HSB-Fuhrpark bisher noch relativ stark vertreten, nämlich 17 von insgesamt 57. Das rührt daher, dass der städtische Nahverkehrsdienstleister zur Landesgartenschau 2002 seinerzeit 26 neue Fahrzeuge in Betrieb nahm. Was sich zugleich im Durchschnittsalter der Busflotte mit 8,23 Jahren niederschlägt. „Damit braucht unser Fahrzeugpark allemal eine Auffrischung“, so Schulte weiter.
Die nun vom HSB-Aufsichtsrat einstimmig beschlossene Beschaffungsstrategie sieht vor, dass 2018/19 ebenso sieben neue Euro 6-Busse beschafft werden wie 2019 und 2020 drei weitere als Ersatz für die Euro 3-Fahrzeuge beschafft werden. „Das ist für die BeteiligungsHolding als HSB-Mutter finanziell darstellbar und ermöglicht es uns die Euro 3-Busse so schnell wie möglich aus dem Verkehr zu nehmen und durch die sauberere Dieselvariante zu ersetzen“, erklärt Stadtrat Morlock.
Seine Vergleichsrechnung: Selbst mit derzeit 40 prozentiger Förderung durch das Land Hessen könnten für die Gesamtsumme von rund 3,75 Millionen Euro im gleichen Zeitraum nur neun Elektrobusse beschafft werden. „Das würde unser Ziel hinauszögern, möglichst rasch entschieden weniger Stickoxide-Emissionen aus HSB-Busauspuffen zu erreichen.“
Abgesehen davon, so HSB-Geschäftsführer Schulte weiter, gebe der Markt gar nicht so viele Batteriebusse her, wie es nun an vielfachen Bestellungen verschiedener Unternehmen bei unterschiedlichen Produzenten gebe. „Zudem hinken hier deutsche Bushersteller leider hinterher“, erklärt Schulte.
Bei verschiedenen ausländischen Unternehmen jedoch hat die HSB bereits angefragt. „Deren Busse wollen wir 2018 zunächst probeweise im Alltagsverkehr testen, inwieweit sie für das Hanauer Streckennetz tauglich sind“, so der HSB-Geschäftsführer weiter. Dass dies ein geeigneter Weg sei, zeige die Praxis anderer Nahverkehrsunternehmen, die wie beispielsweise die Berliner Verkehrsbetriebe genauso verfahren.
Die Geschäftsführung der HSB werde beschlussgemäß dem Aufsichtsrat im Herbst 2018 über die Testergebnisse mit den Elektrobussen berichten, erläuterte Stadtrat Morlock. Und weiter: „Positive Erkenntnisse vorausgesetzt, gibt es in der Novembersitzung 2018 eine Beschlussvorlage einen Elektrobus zu beschaffen.“
Nicht zwingend sofort zu handeln und erst einmal verschiedene E-Busse zu testen, das lasse auch Zeit für „technischen Erfahrungsgewinn unseres Werkstattpersonals“, nennt HSB-Geschäftsführer Schulte einen weiteren Aspekt. Das gelte nicht nur für die Busse selbst, sondern auch für die Lade-Infrastruktur. Zudem sei nicht auszuschließen, dass der Markt in den nächsten Monaten „womöglich ausgereift weitere umweltfreundliche Antriebsvarianten unabhängig vom Batteriebus zu bieten hat“, fügt er hinzu.

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