Geschäftsführer Michael Takatsch geht in Ruhestand

von links, Takatsch Dritter von links)  RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat, die stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Angelika Kappe, Hanaus Stadtrat und HSB-Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Kowol, Bernhard Gässl als Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen in der Landesgruppe Hessen und Michael Fischer, kaufmännischer Leiter der HSB.
(von links, Takatsch Dritter von links) RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat, die stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Angelika Kappe, Hanaus Stadtrat und HSB-Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Kowol, Bernhard Gässl als Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen in der Landesgruppe Hessen und Michael Fischer, kaufmännischer Leiter der HSB.

Michael Takatsch, Geschäftsführer der Hanauer Straßenbahn (HSB), geht zum 1. September 2016 in den Ruhestand. Der 63-Jährige leitete das städtische Nahverkehrsunternehmen zehneinhalb Jahre lang. Bei einer offiziellen Abschiedsfeier im Congress Park Hanau würdigte Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Leistung des Diplom-Ingenieurs so: „Michael Takatsch hat 2006 das Ruder der HSB in stürmischen Zeiten übernommen und sie erfolgreich in ruhiges Fahrwasser gelenkt.“ Stadtrat Andreas Kowol hielt dem scheidenden Geschäftsführer zugute, aus der HSB einen „modernen Mobilitätsdienstleister mit wachsenden Fahrgastzahlen gemacht“ zu haben.
Bevor Takatsch in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage bei der HSB das Zepter übernahm, hatte er in der Energiewirtschaft gearbeitet. Der in Lich Geborene und dort Lebende beendete 1974 sein Studium zum Diplom-Ingenieur für Energie- und Verfahrenstechnik. Nach dem Wehrdienst begann er 1976 sein Arbeitsleben beim Frankfurter Anlagenbauer Lurgi und wechselte 1985 zum Staatsbauamt Friedberg als Fachingenieur für den Bereich Sanitär, Heizung und Lüftung.
1993 führte ihn sein weiterer Berufsweg nach Hanau, wo er bei den Stadtwerken als Betriebsingenieur für Fernwärme und Wassergewinnung begann. 2001 stieg er dort auf zum Technischen Leiter Strom, Erdgas, Trinkwasser und Fernwärme. In ähnlicher Funktion wechselte Takatsch 2005 zu den Netzdiensten Rhein-Main.
„Als im Februar 2006 zu entscheiden war, wer die Spitze der HSB in ihrer ökonomisch turbulentesten und schwierigsten Zeit übernimmt, fiel schnell der Name Takatsch“, erinnert OB Kaminsky. Für den Licher habe seinerzeit dessen „berufliche Erfahrung, Seriösität und Solidität“ gesprochen, als es darum ging, relativ rasch die HSB-Führung neu zu besetzen. „Wir waren froh, dass Takatsch sich der schweren Aufgabe stellte, sich binnen eines Tages entschied und am nächsten Morgen um 6 Uhr seinen neuen Arbeitsplatz in der Daimlerstraße 5 antrat“, so Kaminsky.
Die HSB hatte sich von 2005 an einem harten Sanierungskurs unterziehen müssen, nachdem sie durch Verkehre ihres Tochterunternehmens Kraftverkehr Kinzigtal (KVK) außerhalb Hanaus hohe Verluste eingefahren hatte. Um damals vom Regierungspräsidium eine neue Konzession für den Hanauer Stadtbusverkehr bis zum Jahr 2017 erhalten zu können, musste die HSB bis 2008 zu einem wirtschaftlich gesunden Unternehmen werden. Das führte dazu, dass die HSB die Verkehre der KVK an andere Unternehmen abtrat. Die KVK-Beschäftigten wurden von diesen oder der HSB-Tochter Hanau Fahrer Gesellschaft übernommen.
„2008 war für die HSB – und damit für die gesamte Stadt – ein Jahr des Hoffens und Bangens“, rief Kaminsky bei der Takatsch-Verabschiedung in Erinnerung. Im eigenen Jubiläumsjahr, nämlich hundert Jahre nach der Gründung 1908, habe die HSB „um ihre Existenz bangen müssen“. Es sei – auch dank „famoser Unterstützung durch Fahrgäste, Belegschaft, Kommunalpolitik und der BeteiligungsHolding als Unternehmensmutter“ – gelungen die HSB zu retten. Das sei Takatschs „historisches Verdienst“, unterstrich der OB.
Fortan habe „in endlich wieder ruhigeren Bahnen“ ein neuer Nahverkehrsplan entwickelt werden können. Die HSB habe sich als „innovatives Unternehmen“ erwiesen, indem sie von 2011 an Displays mit Informationen für Fahrgäste in den Bussen und 2012 das elektronische Ticket des RMV einführte. 2013 nahm das städtische Nahverkehrsunternehmen zwei Midi-Busse in Betrieb, um auf Dauer flexibler und wirtschaftlicher auf weniger starke Fahrgastnachfrage auf einzelnen Linien reagieren zu können. 2014 gingen im Zusammenhang mit dem neuen Zentralen Busbahnhof digitale Ist-Fahrzeitanzeigen auch an anderen wichtigen Haltestellen in Betrieb. 2015 führte die HSB ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem ein, um die Pünktlichkeit der Busse zu optimieren. In diesem Jahr eröffnete sie zusammen mit der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig auch die neue RMV-Mobilitätszentrale im „Forum Hanau“.
„Das alles belegt, wie modern die HSB ist und welchen hohen Stellenwert sie für die Daseinsvorsorge in Hanau hat“, meinte Stadtrat Kowol, zugleich HSB-Aufsichtsratsvorsitzender. Das sei es der BeteiligungsHolding Hanau als Mutter der städtischen Gesellschaften wert, über den steuerlichen Querverbund „Nahverkehr mit Qualität zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger“ zu stützen. Der scheidende Geschäftsführer Takatsch habe die HSB „zu alter Stärke zurückgeführt“. Das sei auch daran zu erkennen, dass die Linienkonzession für den Hanauer Stadtbusverkehr von 2017 bis 2027 „auf gutem Weg ist“.
Kowol würdigte Takatsch, neben der HSB-Geschäftsführung ab 2006 zusätzlich nebenamtlich die Leitung der neu gegründeten kommunalen Hanau Fahrergesellschaft und ab 2013 der Hanau Lokalen Nahverkehrsorganisation übernommen zu haben, ebenso ab 2012 der Hanau Netz GmbH. Takatsch engagierte sich darüber hinaus in Gremien der Kommunalen Arbeitgeberverbandes Hessen.
Die Belegschaft der HSB hatte ein besonderes Abschiedsgeschenk ausgewählt: ein Rettungsboot. In ihrem Namen bedankte sich Michael Fischer, kaufmännischer Leiter des Unternehmens, bei Takatsch für den „Erhalt der Arbeitsplätze und das Wiederherstellen eines stabilen Unternehmens“. Er wünschte Takatsch „alles Gute im weiteren Fahrwasser des Lebens“

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